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Adelboden, Kirche, ehem. St. Antonius

Adelboden, Kirche, ehem. St. Antonius

Adelboden, Kirche, ehem. St. Antonius

Unter dem Vordach des Seiteneingangs schmückt eine monumentale und figurenreiche Darstellung des Jüngsten Gerichts von 1471 die südliche Aussenwand.

Adelboden, Kirche, ehem. St. Antonius

Im Zentrum thront auf einem Regenbogen und von einer Mandorla umgeben Christus als Weltenrichter. Rechts von ihm steht Johannes der Täufer mit sechs Aposteln, die für die Auferstehenden Fürbitte leisten. Möglicherweise befand sich links Maria mit weiteren sechs Aposteln. Unterhalb von ihnen erwecken zwei Engel mit Posaunen die Toten, die man aus ihren Gräbern steigen sieht. Die Seelen der Auferstandenen werden vom Erzengel Michael auf der Seelenwaage gewogen. Die Guten dürfen ins Paradies einziehen, die Bösen aber - das zeigt die rechte Bildseite - erwartet die Hölle. Einzeln und in Gruppen werden die nackten Verdammten in die Hölle geführt, wo sie der Gehörnte erwartet.

Aeschi, Kirche, ehem. St. Petrus

Aeschi, Kirche, ehem. St. Petrus

Aeschi, Kirche, ehem. St. Petrus

Apostelzyklus und heilsgeschichtliche Darstellungen aus dem 14. Jahrhundert.

Aeschi, Kirche, ehem. St. Petrus

Über einem Sockel aus gemalten Quadersteinen zieht sich ein Apostelzyklus, in den drei wesentliche Szenen aus der Heilsgeschichte eingebunden sind. An der Nordwand überreicht Christus das Evangelienbuch an Johannes und den grossen Schlüssel des Himmelreichs an Petrus. An der Ostwand zu Seiten des Mittelfensters die Verkündigung der Geburt Christi durch den Engel Gabriel an Maria. An der Nordwand befinden sich zudem Paulus mit dem Schwert, Bartholomäus mit dem Messer, Andreas mit dem Kreuz. An der Ostwand links aussen Thomas, rechts aussen ein weiterer Apostel. An der Südwand paarweise die übrigen Apostel, darunter Simon, Matthäus und Jakobus. Die Bilder werden nach oben hin begrenzt durch einen Ranken- und Blütenfries, das Schriftband ist weitestgehend zerstört. Über dem Chorbogen Christus flankiert von zwei Weihrauchfass schwingenden Engeln. Die für bernische Landkirchen typischen Sterne füllen den hellen Hintergrund der Bilder.

Amsoldingen, Kirche, ehem. St. Mauritius

Amsoldingen, Kirche, ehem. St. Mauritius

Amsoldingen, Kirche, ehem. St. Mauritius

An der Nordwand monumentale Darstellung des heiligen Christophorus.

Amsoldingen, Kirche, ehem. St. Mauritius

Die monumentale Darstellung des heiligen Christophorus wird um 1300 datiert. Er gehört mit Därstetten, Erlenbach, Sigriswil und Spiez zum älteren Typus der Christusträger, die im 14. Jahrhundert im Berner Oberland entstanden sind, ist aber der grösste unter ihnen. Unverkennbar sind die frontale Darstellung und seine vornehme Kleidung, sein Untergewand ist mit einem Karomuster versehen. Er trägt das Jesuskind in der Beuge des angewinkelten linken Arms.

Belp, Kirche, ehem. St. Peter und Paul

Belp, Kirche, ehem. St. Peter und Paul

Belp, Kirche, ehem. St. Peter und Paul

Fragmente von Szenen aus dem Alten Testament, der Kindheits- und Passionsgeschichte Christi sowie Heiligendarstellungen.

Belp, Kirche, ehem. St. Peter und Paul

Über einer Sockelzone in übereinanderliegenden Reihen Fragmente von 54 Bildfeldern, die um 1455-60 datiert werden. Die obere Bildreihe der Nordwand zeigt Szenen aus dem Alten Testament, östlich davon vier zum Teil zerstörte Heiligendarstellungen. In den unteren Reihen sind Szenen aus der Passion Christi dargestellt. Weitere Heiligendarstellungen befinden sich in der südlichen Chorbogenwand. Die oberste Reihe der Südwand zeigt Szenen aus der Kindheitsgeschichte Jesu, die unteren Reihen weitere Heiligendarstellungen. Im Chor Reste eines romanischen Apostelzyklus.

Die volkstümlichen Malereien werden in Verbindung gebracht mit den Freskenzyklen in den Kirchen in Rüti bei Büren, Kleinhöchstetten, Kirchlindach und Worb und gehen möglicherweise auf die selbe Werkstatt zurück, die um 1450 im Raum Bern tätig war.

Bern, Antonierkirche. ehem. St. Antonius

Bern, Antonierkirche. ehem. St. Antonius

Fragmente eines umfangreichen spätgotischen Freskenzyklus aus dem Umfeld der Nelkenmeister zum Leben des heiligen Antonius.

Bern, Antonierkirche. ehem. St. Antonius

Von den ehemals 64 Szenen aus dem Leben des heiligen Antonius haben sich lediglich 31 Bildfelder erhalten. Heute befinden sie sich im Saal des 1. Stocks an der Postgasse 62. Die Fresken werden dem 3. Berner Nelkenmeister zugeschrieben und um 1500 datiert.

Jedes Bildfeld des umfassenden Heiligenzyklus wurde durch dreizeilige, heute zumeist unlesbare Schriftbänder erläutert. Der Zyklus begann an der westlichen Chorwand mit der Darstellung des frommen Antonius bei der Andacht mit seinen Eltern, deren Tod im nächsten Bildfeld folgt. Die anschliessenden Bildfelder mit der Bekehrung und Versuchung des Antonius sind kaum noch lesbar.

Die Darstellungen an der Ostwand zeugen von der Begegnung mit Paulus: Ein Engel weist Antonius im Traum an, Paulus zu besuchen. Zwei Wölfe weisen ihm den Weg. Auf seiner Reise begegnen ihm merkwürdige Mischwesen: ein Kentaur, ein Satyr sowie Agathon, der als Strafe seiner Versündigung an einer Hirschkuh, ein Geweih trägt. Die Bildreihe endet mit der Begegnung von Antonius und Paulus. Die unteren Felder zeigten wohl das gemeinsame Mahl der beiden Heiligen, die Rückkehr des heiligen Antonius, der das Ehrenkleid für Paulus im Kloster holt sowie den Tod und die Bestattung des Paulus.

Der neusten Forschung zufolge zeigen die beiden untersten Bildreihen der Ostwand die Auffindung und Rückführung der Reliquien durch Bischof Theophilus für Kaiser Konstantin. Das Schlussbild zeigte wohl den frontal dargestellten thronenden Heiligen.

Bern, Französische Kirche, ehem. St. Peter und Paul

Bern, Französische Kirche, ehem. St. Peter und Paul

Bern, Französische Kirche, ehem. St. Peter und Paul

Gut erhaltene Lettnermalerei eines Berner Nelkenmeisters von 1495.

Bern, Französische Kirche, ehem. St. Peter und Paul

In der Kirche des ehemaligen Dominikanerklosters befinden sich mehrere spätgotische Malereizyklen. Auf einen Berner Nelkenmeister gehen die Lettnermalereien von 1495 zurück. In der Mitte der Lettnerfront ist die Verkündigung an Maria dargestellt. Flankiert wird sie von zwei Propheten, links Jesaja und rechts Jeremia, die auf ihren Spruchbändern die Inkarnation Christi voraussagen. Die Lettnerfront wird seitlich durch Darstellungen des Ordenspatrons Dominikus abgeschlossen. Die linke Szene zeigt ihn mit einigen Geistlichen, die rechte bei der Predigt vor einem Laienpublikum. An der nördlichen Seitenwand des Mitteljochs ist die Wurzel Jesse mit weissagenden Propheten dargestellt. Aus dem Leib des schlafenden Jesses spriesst der Stammbaum Christi, dessen Zentrum Maria mit dem Kind einnimmt. Gegenüber schmückt der Ordensbaum der Dominikaner die Wand. Auch befindet sich die Muttergottes mit dem Jesuskind in der Bildmitte. In den Gewölbekappen sind die vier lateinischen Kirchenväter sowie die vier Evangelistensymbole angebracht. Der wohl um 1300 entstandene Schlussstein zeigt Christus als Weltenherrscher, zwischen den Rippenansätzen befindet sich eine profane Figur. Im südlichen Lettnerjoch hat sich eine Darstellung der Heiligen Martin, Christophorus und Rochus erhalten.<br/>

In einer Nische an der nördlichen Seitenschiffwand findet man ein um 1470 datiertes Wandbild mit dem Martyrium der heiligen Katharina; die Bogenleibung der Nische zeigt die heilige Barbara mit ihrem Attribut, dem Turm. Die Darstellung des Jüngsten Gerichts an der Triumphbogenwand entstand wohl in den 1450er Jahren und wurde 1527 bei der Reformation übertüncht. Grosse Verluste erlitten die Malereien bei der Freilegung von 1904, zum Teil sind nur noch die Vorzeichnungen und Untermalungen erhalten. Am Scheitel thront der Weltenrichter auf dem Regenbogen. Er wird flankiert von Maria und Johannes dem Evangelisten, die kniend Fürbitte leisten. Darunter entsteigen die Toten ihren Gräbern, links die Seligen, die ins Paradies aufsteigen, rechts die Verdammten, die von Teufeln in die Hölle gestürzt werden. 1498 wurde auch das Sommerrefektorium mit Fresken geschmückt, dessen abgelöste Fragmente sich im Historischen Museum Bern befinden.

Bern, Münster, ehem. St. Vinzenz

Bern, Münster, ehem. St. Vinzenz

Die den Berner Nelkenmeistern zugeschriebenen Malereien in der Portalvorhalle zeigen Verkündigung und Sündenfall.

Bern, Münster, ehem. St. Vinzenz

Die beiden Wandbilder in der Hauptvorhalle zum Berner Münster entstanden um 1501 und werden den Berner Nelkenmeistern zugeschrieben. Das Bild auf der rechten Seite (Südwand) zeigt den Sündenfall; in der unteren Bildhälfte, in einem gewölbten Raum, sieht man die Schlange mit bekröntem Frauenhaupt im Baum der Erkenntnis, wie sie Eva dazu verführt, den Apfel zu essen. Eva, in jeder Hand einen Apfel haltend, spricht zu Adam, dass der Genuss der verbotenen Frucht ihn wie Gott machen würde. Adam indes hält den angebissenen Apfel in der Hand. In der Baumkrone sitzt die Figur des Todes, der durch des Teufels Neid und Hass in die Welt gekommen ist. Von der Empore blickt Gottvater auf die Szene nieder; er ist umgeben von sechs Engeln; der Erzengel Michael schickt sich an, Adam und Eva aus dem Paradies zu vertreiben.

In der unteren Bildhälfte der Nordwand ist die Verkündigung an Maria dargestellt. Von links nähert sich der Erzengel Gabriel der Jungfrau, um ihr zu verkünden, dass sie den Sohn Gottes gebären werde, empfangen vom Heiligen Geist. Auf der Empore steht Gottvater, die Rechte segnend über die Szene gehoben. Er ist umgeben von acht Engeln und zwei Propheten, die auf ihren Schriftbändern die Inkarnation Christi weissagen.

Durch die beiden Wandbilder erfährt die Gerichtsdarstellung am Hauptportal eine heilsgeschichtliche Dimension. Die Ursünde, die durch Adam und Eva in die Welt gekommen ist, wird durch den Opfertod Christi, dessen Geburt in der Verkündigung vorweggenommen wird, gesühnt. Der wiedergekommene Christus, als Richter im Scheitel der Archivolten thronend, offenbart sich als Schmerzensmann: er präsentiert seine Wundmale und Engel in der inneren Archivolte halten seine Marterwerkzeuge. Christi Geburt, Tod und Auferstehung waren letztlich seine Bestimmung zur Erlösung der Menschheit, zur Sühne der Schuld Adams und Evas.

 

Biel, Stadtkirche, ehem. St. Benedikt

Biel, Stadtkirche, ehem. St. Benedikt

Biel, Stadtkirche, ehem. St. Benedikt

Wandmalereien aus den 1470er Jahren, mehrere Heiligendarstellungen sowie ein Jüngstes Gericht.

Biel, Stadtkirche, ehem. St. Benedikt

In der Portalhalle befindet sich unter einer illusionistischen Baldachinarchitektur eine Grisailledarstellung des heiligen Benedikt. Im nördlichen Seitenschiff vielfiguriges Fresko der Kreuztragung mit dem Schweisstuch der Veronika. Die stark beschädigten Bildfelder darüber zeigen unter anderem das Martyrium des heiligen Erasmus und wahrscheinlich den Marientod. In den südlichen Kapellen findet man Wandmalereien mit Sebastiansmarter sowie Darstellungen der Heiligen Barbara, Katharina und Antonius. Die anschliessende Kapelle birgt das Bild der Heiligen Wolfgang und Christophorus. An der gegenüberliegenden Hochschiffwand breitet sich eine monumentale Darstellung des Jüngsten Gerichts aus.

 

Blumenstein, Kirche, ehem. St. Nikolaus

Blumenstein, Kirche, ehem. St. Nikolaus

Blumenstein, Kirche, ehem. St. Nikolaus

An pittoresker Lage findet man die Kirche mit ihren fragmentarisch überlieferten Wandmalereien aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Blumenstein, Kirche, ehem. St. Nikolaus

In der Chorbogenlaibung ist eine Heilige dargestellt, wohl die heilige Margaretha. Die rechte Chorbogenwand gegen das Schiff hin zeigt den heiligen Christophorus, der auf seinen Schultern das Christuskind trägt. Über der nördlichen Eingangstür befinden sich wohl Fragmente eines Feiertagschristus. Von Bedeutung sind auch die Glasmalereien aus dem frühen 14. Jahrhundert im Chor sowie die Flachschnitzereien an der Holzdecke im Schiff.

Das Ensemble befindet sich an wunderschöner Lage vor bewaldetem Steilhang und Absturz des Fallbachs mit Blick ins Gürbe- und Stockental.

Brienz, Kirche, ehem. Marienpatrozinium

Brienz, Kirche, ehem. Marienpatrozinium

Malereireste aus dem 15. Jahrhundert an den Aussenwänden.

Brienz, Kirche, ehem. Marienpatrozinium

Hoch über dem Brienzersee liegt die Kirche mit Malereifragmenten an den Fassaden. An der Nordwand sind zwei Bildfelder mit Kreuzigung und Gnadenstuhl, an der Südwand eine monumentale Darstellung des heiligen Christophorus erhalten.

 

Büren an der Aare, Kirche, ehem. St. Katharina

Büren an der Aare, Kirche, ehem. St. Katharina

Büren an der Aare, Kirche, ehem. St. Katharina

Fragmente von spätmittelalterlichen Malereien, so einer Verkündigung, Maria Magdalena und Engelsdarstellungen.

Büren an der Aare, Kirche, ehem. St. Katharina

Die um 1420 entstandenen Wandmalereien im Chor zeigen an der Ostwand zwei musizierende Engel. An der Südwand links, das Fenster flankierend, die Verkündigung der Geburt Christi an Maria durch den Engel Gabriel; rechts wird Maria Magdalena von Engeln in die Luft gehoben, wo sie himmlische Speise empfängt. In den Gewölben befinden sich die vier Evangelistensymbole: der Löwe für Markus, der Stier für Lukas, der Adler für Johannes und der Engel für Matthäus.

Von Bedeutung sind zudem die spätromanischen Kapitelle im Chor. Das skulpturale Bildwerk zeigt unter anderem den Sündenfall, die Vertreibung aus dem Paradies sowie den Erzengel Michael als Seelenwäger.

Därstetten, Kirche, ehem. St. Maria

Därstetten, Kirche, ehem. St. Maria

Därstetten, Kirche, ehem. St. Maria

In der ehemaligen Stiftskirche einer kleinen Augustinerpropstei Malereireste aus dem ersten Drittel des 14. Jahrhunderts.

Därstetten, Kirche, ehem. St. Maria

An der Nordwand thront Maria zwischen zwei Bischöfen, während der Stifter zu ihren Füssen kniet. Westlich davon die monumentale Darstellung des heiligen Christophorus. Er gehört mit Amsoldingen, Erlenbach, Sigriswil und Spiez zum älteren Typus der Christusträger, die im 14. Jahrhundert im Berner Oberland entstanden sind. Unverkennbar sind die frontale Darstellung und seine vornehme Kleidung, sein Untergewand ist mit einem Rondellenmuster versehen. Er trägt das Jesuskind in der Beuge des angewinkelten linken Arms.

Erlach, Kirche, ehem. St. Ulrich

Erlach, Kirche, ehem. St. Ulrich

Erlach, Kirche, ehem. St. Ulrich

Wandmalereien im Chor aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Erlach, Kirche, ehem. St. Ulrich

In der Wandnische befindet sich die Darstellung einer Kreuztragung. An der Ostwand die Muttergottes mit Kind sowie der heilige Ulrich von Augsburg, über dem Fenster zwei Engel mit dem Schweisstuch der heiligen Veronika. In der Fensterlaibung der Südwand sieht man die heilige Verena von Zurzach. In den Gewölbekappen sind die Symbole der vier Evangelisten dargestellt, der Löwe für Markus, der Stier für Lukas, der Adler für Johannes und der Engel für Matthäus.

Erlenbach, Kirche, ehem. St. Michael

Erlenbach, Kirche, ehem. St. Michael

Erlenbach, Kirche, ehem. St. Michael

Herausragendes Beispiel eines weitgehend erhaltenen Freskenzyklus mit Darstellung der Heilsgeschichte.

Erlenbach, Kirche, ehem. St. Michael

An den Wänden der Kirche Erlenbach findet man Malereien aus verschiedenen Zeiten. Das früheste Wandbild ist der Christophorus an der Südwand des Kirchenschiffs, entstanden um 1300. Er gehört mit Amsoldingen, Därstetten, Sigriswil und Spiez zum älteren Typus der Christusträger, die im 14. Jahrhundert im Berner Oberland entstanden sind. Die umfassenden Bilderzyklen im Schiff und im Chor stammen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Die Bilderreihen an der Nordwand zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Von der Genesis in der obersten Reihe sind acht Bildfelder erhalten, die unter anderem die Erschaffung des Menschen, den Sündenfall und den Brudermord enthalten. Die neutestamentlichen Bilder der beiden unteren Reihen zeigen Szenen aus der Kindheit und der Passion Christi, darunter der 12-jährige Jesus im Tempel oder die Versuchung Christi. Über dem Chorbogen erhalten sind die Propheten links Jeremias und rechts Jesaia. An der Südwand über dem Portal sind um ein Kreuzigungsbild die sieben Sakramente von links unten nach rechts unten angeordnet: Priesterweihe, Taufe, Firmung, Altarsakrament, Sakrament der Ehe, Bussakrament und letzte Älung. Rechts davon befindet sich das Jüngste Gericht. In der Mitte thront der Weltenrichter auf einem Regenbogen umgeben von einem Wolkenband. Zu seinen Füssen steigen die Toten aus der Erde und werden von Teufelchen bedroht. Johannes der Täufer leistet Fürbitte. Links vom Weltenrichter erhebt sich die Paradiespforte in Form eines Stadttores, auf dem ein musizierender Engel die Seligen empfängt. Unter der Empore haben sich Fragmente eines Martyriums der 10 000 Ritter erhalten.

An der Chorbogenlaibung sind die klugen und törichten Jungfrauen zu sehen. An der Nord- und Ostwand im Chorbereich reihen sich die Apostel mit ihren Schriftbändern, auf denen das apostolische Glaubensbekenntnis geschrieben steht. Darüber übergibt Gott an der Nordwand die Gesetzestafeln an Moses, an der Ostwand befinden sich Fragmente einer Prophezeiung der Geburt Christi. An der Südwand ist oben im Bogenfeld die Bekehrung des Apostelfürsten Paulus zu sehen und darunter die kurz vor der Reformation entstandenen Apostelfiguren. Im Chorgewölbe entstanden wiederum in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts die vier Evangelistensymbole. Auf die selbe Zeit geht die Christophorusdarstellung an der Westfassade zurück.

 

Grosshöchstetten, Kirche

Grosshöchstetten, Kirche

Grosshöchstetten, Kirche

Stark beschädigte und abgelöste Fragmente von Fresken aus dem 15. Jahrhundert.

Grosshöchstetten, Kirche

Bei den überlieferten Fragmenten handelt es sich wahrscheinlich um Reste eines Passionszyklus aus dem 15. Jahrhundert, wohl Kreuzigung Christi.

Gsteigwiler, Kirche, ehem. St. Michael

Gsteigwiler, Kirche, ehem. St. Michael

Gsteigwiler, Kirche, ehem. St. Michael

Wandmalereien aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Gsteigwiler, Kirche, ehem. St. Michael

Die Kirche Gsteigwiler birgt Wandmalereien aus verschiedenen Epochen. Vor der Reformation entstanden im 14. und 15. Jahrhundert die figürlichen Bilderreihen, die Dekorationsmalereien stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Die Westfassade unter der Vorhalle zeigt eine Totenmesse aus dem 14. Jahrhundert, links der aufgebahrte Tote, rechts der Altar, wo ein Geistlicher die Seelenmesse für den Verstorbenen liest. Rechts aussen Jesus am Kreuz, der mit seinem Opfertod die Menschen von ihrer Sünde befreit hat. Beim nördlichen Seiteneingang sind Malereifragmente aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erhalten, von denen nur noch eine Verkündigung an Maria zu erkennen ist.

Die Malereien im Schiff entstanden wohl um 1470. Die Nordwand zeigt die Menschwerdung Christi mit dem Besuch Marias bei ihrer Kusine Elisabeth, der Geburt Christi und der Anbetung der Heiligen Drei Könige. In den Fensterlaibungen sind die Heiligen Gallus und Bernhard dargestellt. Die Südwand zeigt die Passion Christi, in der oberen Reihe die Älbergszene, die Gefangennahme, Christus vor Pilatus oder Kaiphas, darunter die Kreuzigung Christi, von der die rot gewandete Synagoge mit verbundenen Augen und aus den Händen gleitenden Gesetzestafeln erhalten ist. Sie ist die Personifikation des Alten Bundes und des Judentums, das den Messias nicht erkannte. Rechts davon sind Fragmente der Kreuzabnahme zu sehen. Die mittelalterlichen Quellen nennen Maler Diebold als Meister für die Malereien im Kirchenschiff. Welche Bilder er geschaffen hat, kann jedoch nicht belegt werden. Die Malereien können zudem mit einer Gruppe von Fresken aus dem mittleren 15. Jahrhundert in Verbindung gebracht werden, die wohl alle auf eine sehr aktive bernischen Werkstatt zurück gehen, die möglicherweise auch in den Kirchen von Kleinhöchstetten, Rüti bei Büren, Belp, Kirchlindach und Worb tätig war.

Die verblassten Fragmente im Chor aus dem frühen 14. Jahrhundert zeigen die Anbetung der Heiligen Drei Könige. Gegenüber befanden sich wohl der heilige Nikolaus, der drei Knaben aus einem Pökelfass rettete, und rechts davon ein Altarsakrament. Nord- und Südwand wurden wohl durch eine Apostelreihe verbunden.

Hasle, Kirche

Hasle, Kirche

Hasle, Kirche

Stark ergänzte Malereien aus dem 15. Jahrhundert.

Hasle, Kirche

Im Kirchenschiff sind Reste eines stark restaurierten Passionszyklus erkennbar: Fusswaschung, Älbergszene, Gefangennahme, Dornenkrönung und Kreuztragung. Darunter, versteckt vom Täfer, die Auferstehung, Christus als Gärtner, die Himmelfahrt und Pfingsten. Die Malereien im Chor zeigen nebst Christi Verhör und Kreuzigung Darstellungen aus dem Leben des heiligen Benedikts, dem berühmten Einsiedler und Ordensgründer.

Kirchlindach, Kirche, ehem. St. Eligius

Kirchlindach, Kirche, ehem. St. Eligius

Kirchlindach, Kirche, ehem. St. Eligius

Spätgotische Wandmalereien, Ende 14. und 15. Jahrhundert.

Kirchlindach, Kirche, ehem. St. Eligius

Im Chor in zwei übereinanderliegenden Registern Szenen aus dem Jüngsten Gericht und Heiligenlegenden, wohl Ende des 14. Jahrhunderts. Von Bedeutung dürfte die seltene Darstellung des ehemaligen Kirchenpatrons Eligius sein, der einem störrischen Pferd, das er beschlagen soll, das Bein abgeschnitten hat. Auf dem Amboss befestigt er das Hufeisen, um danach das Bein wieder anzusetzen. Rechts daneben das Martyrium des heiligen Sebastian aus dem 15. Jahrhundert. Im Schiff Bildfelder aus der Mitte des 15. Jahrhunderts mit Passionsdarstellungen, verwandt mit den Malereien in Belp, Rüti bei Büren, Kleinhöchstetten, Gsteig und Worb. Dargestellt sind von West nach Ost in der unteren Reihe Szenen aus der Kindheit Christi: stark zerstört durch die Empore vielleicht die Darstellung der Heiligen Drei Könige, dann der Kindermord zu Bethlehem und die Flucht nach Ägypten. Die obere Bildreihe zeigt die Auferweckung des Lazarus, den Einzug nach Jerusalem, das Letzte Abendmahl, die Szene am Älberg und die Gefangennahme Christi. An der Ecke zur Turmwand folgt stark zerstört wohl das Verhör Christi, an der Turmwand selbst die Geisselung, die Dornenkrönung, die Kreuztragung, die Beweinung Christi, die Kreuzabnahme, die Grablegung, Christus in der Vorhölle, die Auferstehung, Christus als Gärtner und daneben stark zerstört möglicherweise die Himmelfahrt und zum Schluss Pfingsten.

Kleinhöchstetten, ehem. Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau

Kleinhöchstetten, ehem. Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau

Kleinhöchstetten, ehem. Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau

Frühmittelalterliche Kirche mit Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert.

Kleinhöchstetten, ehem. Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau

An der südlichen Schiffwand befinden sich Reste einer Passionsgeschichte aus dem zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts. Am besten erhalten hat sich die Szene mit Christus als Gärtner, als er Maria Magdalena erscheint. An der Westwand über einer Sockelzone mit perspektivischem Rautenmuster breitet sich eine Darstellung des jüngsten Gerichts aus. Die Malereien könnten auf die selbe Werkstatt zurückgehen wie jene in den Kirchen von Belp, Kirchlindach, Gsteig und Rüti bei Büren. Auf der linken Seite der Westfassade hat sich unter einem Bogenfries ein jüngerer Heiligenzyklus erhalten.

Koppigen, Kirche

Koppigen, Kirche

Koppigen, Kirche

Fragmente einer Weltgerichtsdarstellung und eines Medaillonfrieses.

Koppigen, Kirche

An der Westwand befinden sich stark beschädigte Reste eines Jüngsten Gerichts, an der Nordwand sind drei Medaillons mit nicht identifizierten Marterszenen erhalten.

La Neuveville, Blanche Eglise, ehem. St. Ursanne

La Neuveville, Blanche Eglise, ehem. St. Ursanne

La Neuveville, Blanche Eglise, ehem. St. Ursanne

Stark restaurierte Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert in Chor und Schiff.

La Neuveville, Blanche Eglise, ehem. St. Ursanne

Im Chor befinden sich die ältesten Malereien: über den Resten eines Engelfrieses ein Apostelzyklus sowie in den Gewölbezwickeln Darstellungen von Propheten. An der Ostwand, das Fenster flankierend, sieht man eine Verkündigungsszene und darüber das Schweisstuch der Veronika. In den Gewölbekappen die vier Evangelisten mit ihren Symbolen, flankiert von Engeln, wohl unterschiedliche Zeitschichten.

Im Kirchenschiff, rechts vom Triumphbogen, sind Reste eines biblischen Zyklus erhalten: Die oberste Reihe zeigt die Erschaffung Evas aus der Rippe Adams sowie die Vermählung Adams und Evas. Darunter breitet sich eine vielfigurige Anbetung der Heiligen Drei Könige aus. Die unterste Reihe befinden sich möglicherweise die Reste eines Passionszyklus. An der Südwand ist fragmentarisch eine Christophorusdarstellung erkennbar.

Lyss, Alte Kirche, ehem. St. Johannes Evangelist

Lyss, Alte Kirche, ehem. St. Johannes Evangelist

Lyss, Alte Kirche, ehem. St. Johannes Evangelist

An der Südwand in einer Nische restaurierter Feiertagschristus aus dem 15. Jahrhundert.

Lyss, Alte Kirche, ehem. St. Johannes Evangelist

Dargestellt ist Christus umgeben von einer Vielzahl von Werkzeugen aus den verschiedensten Berufsständen. Diese seltene Darstellung ist ein Mahnbild zur Heiligung des Sonntags und der kirchlichen Feiertage. Benutzte man die dargestellten Geräte an Feiertagen, machte man sich am immer sich neu vollziehenden Leiden Christi schuldig.

Meiringen, Kirche, ehm. St. Michael

Meiringen, Kirche, ehm. St. Michael

Meiringen, Kirche, ehm. St. Michael

Sehenswerte Kirchgruppe mit Resten von gotischen Malereien im Kirchenschiff aus dem 13. Jahrhundert und heute zugänglicher tiefergelegener Vorgängerkirche.

Meiringen, Kirche, ehm. St. Michael

Über dem Fussboden der heutigen Kirche hat sich in der Südwestecke ein alttestamentlicher Zyklus aus dem späten 13. Jahrhundert des heute tiefergelegenen Vorgängerbaus erhalten. Dargestellt sind Bilder aus der Genesis, darunter der Sündenfall, Szenen aus dem Leben Noahs und die Opferung Isaaks durch seinen Vater Abraham. An der südlichen Aussenfassade sieht man die Darstellung der Heiligen Petrus und Michael aus dem 15. Jahrhundert. In der ehemaligen Frühmesskapelle am Eingang zum Kirchhof befinden sich stark übermalte Reste von um 1500 entstandenen Wandmalereien, die das Jüngste Gericht und Heiligenfiguren zeigen.

Oberbalm, Kirche, ehem. St. Sulpitius

Oberbalm, Kirche, ehem. St. Sulpitius

Oberbalm, Kirche, ehem. St. Sulpitius

Um 1480 entstandene Wandbilder mit Darstellung der Sulpitiuslegende, Szenen aus dem Leben Christi und einem Jüngsten Gericht.

Oberbalm, Kirche, ehem. St. Sulpitius

Szenen aus dem Leben des heiligen Sulpitius sind an der Südwand zu finden. Die obere Reihe zeigt ihn als Erzbischof, die untere als Einsiedler. An der Nordwand befinden sich Bilder aus der Passion, erkennbar sind die Geisselung und die Dornenkrönung. Das Jüngste Gericht hat ursprünglich die ganze Westwand eingenommen. Die linke Seite zeigt Petrus an der Paradiespforte, wie er die Seligen geleitet. Rechts davon verlassen Tote ihre Gräber. Die rechte Seite der Wand hat sich nur fragmentarisch erhalten und zeigt das qualvolle Leiden der Verdammten. Nicht nur der Malstil, sondern auch das Rahmensystem mit den schablonierten Ornamenten lässt einen Werkstattzusammenhang mit Zweisimmen vermuten.

Oberburg, Kirche, ehem. St. Georg

Oberburg, Kirche, ehem. St. Georg

Oberburg, Kirche, ehem. St. Georg

Darstellung der Heiligen Sippe von 1517.

Oberburg, Kirche, ehem. St. Georg

An der Südwand befindet sich eine mit E. signierte monumentale Darstellung der Heiligen Sippe von 1517. Im Zentrum des Bildes sind Maria und ihre Mutter Anna mit dem Jesuskind dargestellt, um sie herum gesellen sich ihre Verwandten.

Oberhofen, Schlosskapelle

Oberhofen, Schlosskapelle

Oberhofen, Schlosskapelle

Wandmalereien aus dem späten 15. Jahrhundert.

Oberhofen, Schlosskapelle

Im Scheitel der Chortonne ist die Muttergottes dargestellt. Rechts davon kann man die Auferstehung der Toten vor dem Jüngsten Gericht mit Christus als Richter und Maria und Johannes als Fürbitter betrachten. Die linke Chortonnenhälfte überspannt die Marter der 10 000 Ritter. An der Chorrückwand reihen sich Heiligendarstellungen. Über dem Chorbogen zum Schiff breitet sich die Verkündigung an Maria aus. Rechts vom Kirchenschifffenster befindet sich eine Darstellung des heiligen Christophorus und darunter das Wappen der Stifterfamilie Scharnachthal. Links vom Fenster sind weitere Heiligendarstellungen zu sehen. An der linken Schiffwand erkennt man die Anbetung der Heiligen Drei Könige, darunter die Stifterfamilie.

Oberwil, Kirche, ehem. St. Mauritius

Oberwil, Kirche, ehem. St. Mauritius

Oberwil, Kirche, ehem. St. Mauritius

Reste von Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert mit Feiertagschristus und zwei Christophori.

Oberwil, Kirche, ehem. St. Mauritius

An der Westfassade befindet sich ein Wandbild des heiligen Christophorus aus dem späten 15. Jahrhundert. Eine weitere Darstellung des Heiligen schmückt die südliche Kirchenschiffwand im Inneren. Das Bildfeld rechts daneben zeigt das Martyrium des heiligen Vinzentius oder Laurentius

und das Feld darunter die Darstellung eines volkstümlichen Feiertagschristus aus dem frühen 15. Jahrhundert. Man sieht Christus umgeben von einer Vielzahl von Handwerkern, Handarbeiterinnen und Landleuten bei der Ausübung ihres Berufs. Diese seltene Darstellung ist ein Mahnbild zur Heiligung des Sonntags und der kirchlichen Feiertage. Durch das Arbeiten an Feiertagen machte man sich am immer sich neu vollziehenden Leiden Christi schuldig. Auf der Empore wohl Fragmente eines Kindheitszyklus Christi.

Pieterlen, Kirche, ehem. St. Martin

Pieterlen, Kirche, ehem. St. Martin

Pieterlen, Kirche, ehem. St. Martin

Malereifragmente aus dem 13. und 15. Jahrhundert.

Pieterlen, Kirche, ehem. St. Martin

Im Chor über einem Tischgrab sieht man eine vielfigurige Beweinung Christi. Rechts daneben, über der Sakramentsnische, steht unter einem Tabernakel der Schmerzensmann, links kniet ein Stifter. Im Schiff befindet sich ein abgelöstes Fragment einer Aposteldarstellung, die ins 13. Jahrhundert datiert wird.

Reichenbach, Kirche, ehem. St. Niklaus

Reichenbach, Kirche, ehem. St. Niklaus

Reichenbach, Kirche, ehem. St. Niklaus

Reste von Heiligendarstellungen aus dem 15. Jahrhundert.

Reichenbach, Kirche, ehem. St. Niklaus

Die vier von Pflanzenfriesen gerahmten Figuren im Kirchenchor gehörten wahrscheinlich zu einem Apostelfries. Mit dem Messer dargestellt wird Bartholomäus, mit dem Kreuz Philippus. Beim anderen Figurenpaar handelt es sich wahrscheinlich um Christus, der einem Apostel oder Evangelisten ein Buch überreicht.

Reutigen, Kirche, ehem. St. Maria

Reutigen, Kirche, ehem. St. Maria

Reutigen, Kirche, ehem. St. Maria

Sehenswertes Denkmal mit Wandmalereien aus verschiedenen Zeiten, darunter zwei Darstellungen des Jüngsten Gerichts.

Reutigen, Kirche, ehem. St. Maria

Die ältesten Fresken der Kirche Reutigen stammen aus dem späten 14. Jahrhundert, befinden sich in der Südostecke des Schiffs und zeigen einen neutestamentlichen Zyklus mit Jüngstem Gericht. Die oberste Bildreihe las sich wohl von rechts nach links und zeigt heute nur noch die Flucht nach Ägypten und den zwölfjährigen Jesus im Tempel. Dazwischen hat sich ein Fragment aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Die beiden unteren Bildreihen lesen sich dagegen von links nach rechts: Abendmahl, Christus am Älberg, Verhör Jesu, Geisselung Christi, unten links Dornenkrönung, dann wohl Kreuztragung, Christus am Kreuz, Beweinung, Christus als Gärtner. Das Jüngste Gericht an der Chorbogenwand zeigt den richtenden Christus in der Mandorla umgeben von Posaune blasenden Engeln und Johannes dem Täufer als Fürbitter. Die Toten steigen aus ihren Gräbern und die Verdammten werden von Teufelchen gepeinigt und in den Höllenschlund getrieben.

Der heilige Christophorus und der Feiertagschristus an der linken Chorbogenwand stammen aus dem frühen 15. Jahrhundert. Man sieht Christus umgeben von einer Vielzahl von Handwerkern, Handarbeiterinnen und Landleuten bei der Ausübung ihres Berufs. Die seltene Darstellung des Feiertagschristus ist ein Mahnbild zur Heiligung des Sonntags und der kirchlichen Feiertage. Durch das Arbeiten an Feiertagen machte man sich am immer sich neu vollziehenden Leiden Christi schuldig.

Über die gesamte Westwand erstreckt sich die eindrückliche Darstellung des Jüngsten Gerichts aus dem zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts. In der Mitte thront in einem Wolkenband wieder der Weltenrichter flankiert von Posaune blasenden Engeln. Zu seiner Rechten kniet Maria als Fürbitterin, zu seiner Linken wohl Johannes der Täufer. Neben Maria steht der Erzengel Michael, der die Seelen wägt. Ganz links im Bild öffnet Petrus den Seligen das Tor zum Paradies. Rechts von Christus werden die Verdammten von Teufelchen gejagt und landen im Siedekessel oder im Höllenschlund.

Rüti bei Büren, Kirche, ehem. St. Mauritius

Rüti bei Büren, Kirche, ehem. St. Mauritius

Rüti bei Büren, Kirche, ehem. St. Mauritius

Sehenswertes Beispiel einer beinahe vollständig bemalten Bernischen Landkirche. Die gut erhaltenen Freskenzyklen stammen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Rüti bei Büren, Kirche, ehem. St. Mauritius

Die wohl kurz nach 1400 entstandenen Malereien im Chor zeigen im Tonnengewölbe Christus als Weltenherrscher umgeben von den vier Evangelistensymbolen: der Adler für Johannes, der Löwe für Markus, der Stier für Lukas und der Engel für Matthäus. Zwischen Johannes und Matthäus die Verkündigung an Maria. Darunter an der Nordwand eine Heilige, wohl Maria, mit kniendem Stifter, dessen Wappen ihn als Deutschritter zu erkennen gibt. Die untere Bildreihe zeigt rechts vom Tabernakel Johannes den Täufer. An der gegenüberliegenden Südwand erstreckt sich über sechs Bildfelder das Galgenwunder aus der Legenda Aurea. An der Ostwand ist das Martyrium der Thebäischen Legion zu sehen.

Die wahrscheinlich später zu datierenden Fresken im Schiff zeigen biblische und hagiographische Szenen. Der alttestamentliche Zyklus beginnt in der oberen Bildreihe der Südwand mit der Erschaffung des Menschen, setzt sich fort mit der Vermählung von Adam und Eva, dem Sündenfall, der Opfergabe durch Kain und Abel und schliesst mit dem Brudermord. Die untere Bildreihe der Süd- und Nordwand bis hin zum Nordportal zeigt Szenen aus der Passion Christi: Fusswaschung, Älbergszene, Jesus wird verhört, Geisselung, Dornenkrönung, gegenüber wohl Grablegung, Auferstehung, wohl die Frauen am Grab, Jesus als Gärtner, Himmelfahrt und Pfingstwunder. Im Bildregister darüber reihen sich links vom Fenster die Apostel und rechts davon scheinen sich Heilige auf den Chor hin zu bewegen.

An der südlichen Flügelwand des Chorbogens zeugt das Fragment mit Ochs und Esel von der hier einst dargestellten Weihnachtsgeschichte.

Saanen, Kirche, ehem. St. Mauritius

Saanen, Kirche, ehem. St. Mauritius

Saanen, Kirche, ehem. St. Mauritius

Mehrere nahezu vollständig erhaltene Bilderzyklen aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Saanen, Kirche, ehem. St. Mauritius

Im Chor breiten sich über einer Sockelzone mit Draperien und zwei Stifterfiguren die nahezu vollständig erhaltenen Bilderzyklen in drei Registern auf. Zentrales Element der Nordwand ist das durch gemalte Wimperge und Fialen akzentuierte Sakramentshäuschen, wo einst die Hostien aufbewahrt wurden. Die senkrecht flankierenden Bildreihen zeigen alttestamentliche Szenen, darunter Melchisedek und Abraham, der Mannaregen sowie Samson im Kampf mit dem Löwen; all dies sind Hinweise auf die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi und das Abendmahl. In den vier Eckfeldern der Nordwand befinden sich die Evangelisten Matthäus, Johannes, Lukas und Markus sowie in den Zwischenfeldern die vier grossen lateinischen Kirchenväter Gregor, Augustin, Ambrosius und Hieronymus. <br

An der Ostwand erstreckt sich ein ausführlicher Marien- und Kindheitszyklus, der links oben mit der Zurückweisung Joachims und Annas vom Altar beginnt. Es folgt die Verkündigung an Joachim und die Begegnung an der Goldenen Pforte. Das grosse Bildfeld zeigt die Heilige Sippe. Der Zyklus setzt sich fort mit dem Tempelgang Mariens, der Verkündigung an Maria durch den Engel Gabriel, dem Besuch Marias bei ihrer Cousine Elisabeth, der Geburt Christi, der Beschneidung Christi, der Anbetung durch die Könige, der Darstellung im Tempel, Jesus unter den Schriftgelehrten und dem Marientod.

Auf der Südwand des Chores ist das Martyrium des Schutzheiligen der Kirche und seiner Thebäischen Legion dargestellt. Es zeigt den Auszug und die Reise der Soldaten von Jerusalem über Rom nach St. Maurice, ihre Standhaftigkeit gegen Götzenverehrung und ihren Märtyrertod. An der Westwand in den Bogenzwickeln links der heilige Micheal mit der Seelenwaage, rechts ein Bischof mit dem Haupt eines Märtyrers. Im Chorbogen sind die zwölf Apostel als Halbfiguren mit dem Glaubensbekenntnis dargestellt, im Scheitel Christus und links und rechts unten die Heiligen Oswald und Nikolaus.

Im Schiff zeigt die Triumphbogenwand eine Marienkrönung und die Gefangennahme Christi in Gethsemane. An der Nordwand des Kirchenschiffs haben sich Fragmente des Jüngsten Gerichts, des Abendmahls sowie das Schweisstuch der Veronika erhalten, gegenüber an der Südwand die Anbetung der Könige. An der südlichen Aussenmauer sind zwei Darstellungen des Heiligen Christophorus zu erkennen.

Sigriswil, Kirche, ehem. St. Gallus

Sigriswil, Kirche, ehem. St. Gallus

Sigriswil, Kirche, ehem. St. Gallus

Wandmalereireste aus dem 14. Jahrhundert.

Sigriswil, Kirche, ehem. St. Gallus

Bis heute haben sich an der Nordwand eine monumentale Christophorus-Darstellung sowie Fragmente eines christologischen Zyklus erhalten, von dem jedoch nur noch Dornenkrönung und Kreuzigung erkennbar sind. Der Christophorus in seiner vornehmen Kleidung kann mit der Gruppe der Christusträger in Amsoldingen, Därstetten, Erlenbach und Spiez in Verbindung gebracht werden. Die Malereien stammen wohl aus dem 14. Jahrhundert.

Spiez, Schlosskirche, ehem. St. Laurentius

Spiez, Schlosskirche, ehem. St. Laurentius

Spiez, Schlosskirche, ehem. St. Laurentius

Die romanische Pfeilerbasilika auf dem in den Thunersee ragenden Felssporn birgt mittelalterliche Wandmalereien aus verschiedenen Zeiten.

Spiez, Schlosskirche, ehem. St. Laurentius

Ein ornamentales Rahmensystem gliedert den Chor in verschiedene Zonen, wo sich Malereischichten aus romanischer und gotischer Zeit überlagern. In der Apsiskalotte rahmen Evangelistensymbole und zwei Engel aus romanischer Zeit eine spätgotische Gnadenstuhldarstellung, die wohl eine thronende Madonna mit Kind zudeckt. Die Bildreihe darunter zeigt Reste von Bischöfen aus dem 12. Jahrhundert. Sie werden überlagert von Fragmenten eines Heiligenzyklus, von dem nur noch eine Geburts-, eine Tauf- und eine Marterszene zu erkennen sind. Im Tonnengewölbe des Chorjochs ist der thronende Christus in der Mandorla zu sehen, die wohl ursprünglich von vier Engeln getragen wurde. In den flankierenden Registern stehen die zwölf Apostel, darunter je fünf Propheten. An der Nordwand des Mittelschiffs hat sich eine Christophorusdarstellung erhalten, die Ähnlichkeiten mit jenen in Amsoldingen, Sigriswil, Därstetten und Erlenbach aufweist und um 1300 entstanden sein dürfte.

Die Malereien in der Krypta stammen wohl aus dem mittleren 15. Jahrhundert. Sie zeigen Fragmente einer Kreuztragung, eine Verkündigung sowie die Heiligen Barbara mit Turm und Katharina mit Rad.

 

St. Stephan, Kirche, ehem. St. Stephan

St. Stephan, Kirche, ehem. St. Stephan

St. Stephan, Kirche, ehem. St. Stephan

Drei Bildfelder mit Heiligendarstellungen aus den 1470er Jahren.

St. Stephan, Kirche, ehem. St. Stephan

Die Wandmalereien an der Ostwand im Schiff zeigen in drei Bildfeldern die Madonna mit Kind, Johannes den Täufer und den Kirchenpatron Stephanus mit je einem knienden Stifter. Bemerkenswert sind an der dreifach gebrochenen Bretterdecke im Chor die um 1480 entstandenen spätgotischen Flachschnitzfriese.

Thierachern, Kirche, ehem. St. Martin

Thierachern, Kirche, ehem. St. Martin

Thierachern, Kirche, ehem. St. Martin

Die Reste eines wohl ausgedehnten biblischen Wandmalereizyklus aus dem zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts zeigen die Passion Christi.

Thierachern, Kirche, ehem. St. Martin

An der vom Vorgängerbau erhaltenen Nordwand in der zwischen 1706 und 1708 zum Predigtsaal mit Rundbogenfenstern vergrösserten Kirche haben sich Wandmalereien aus dem zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts erhalten. Ein ornamentiertes Rahmensystem gliedert die beiden übereinander liegenden Register. Die einzelnen Felder bergen Fragmente eines ausgedehnten Passionszyklus, von dem in der oberen Reihe unter anderem die Älbergszene, das Verhör und die Geisselung Christi noch lesbar sind. Die untere Reihe zeigt Fragmente der Kreuzannagelung, Beweinung und Kreuzabnahme Christi sowie den auferstandenen Heiland mit Kreuzfahne.

Thun, Scherzligkirche, ehem. Marienpatrozinium

Thun, Scherzligkirche, ehem. Marienpatrozinium

Thun, Scherzligkirche, ehem. Marienpatrozinium

Sehenswertes Denkmal am Thunersee mit kostbaren Wandmalereien aus dem 14. bis 16. Jahrhundert und einem für die Region aussergewöhnlichen Passionszyklus.

Thun, Scherzligkirche, ehem. Marienpatrozinium

Die Wandmalereien im Chor haben sich nur fragmentarisch erhalten: Maria im Strahlenkranz und darunter der Evangelist Johannes am Pult. Um das Mittelfenster eine einzigartige Verkündigungsszene aus dem späten 14. Jahrhundert, bei der Gottvater seinen Sohn in den Armen hält. An der Chorbogenwand befinden sich Reste eines Katharinenzyklus. Darunter wohl Fragmente eines Nikolauszyklus.

Vier Bildreihen gliedern über einer gotischen Sockelmalerei die Nordwand im Kirchenschiff. Die oberste Reihe ist kaum mehr lesbar, dürfte aber die apokryphe Geschichte um die Geburt der Jungfrau Maria gezeigt haben. Die Bilder der unteren Register erzählen aus dem Leben Marias und der Kindheit Christi: vom Tempelgang der dreijährigen Jungfrau über die Verkündigung bis zum Besuch der Heiligen Drei Könige in der zweiten Reihe - die Darbringung Christi im Tempel, der Kindermord zu Bethlehem, die Flucht nach Ägypten oder Jesus unter den Schriftgelehrten in der dritten Reihe. Darunter befinden sich Reste von Heiligendarstellungen. Oberhalb vom Fenster sind Fragmente einer Stadtvedute erkennbar und darunter ein Wappen und der Name Peter Maler von Bern, auf den einzelne Bildfelder der Nordwand und die Gestaltung der Südwand zurückgehen.

Die Chorbogenwand zeigt links Mauritius und die Thebäische Legion und rechts den Tod der Mutter Gottes.

An der Südwand wird in einer monumentalen Komposition die Passion Christi dargestellt. In der Stadt und ausserhalb ihrer Mauern spielen sich verschiedene Stationen der Leidensgeschichte ab, darunter der Einzug nach Jerusalem, das Abendmahl, die Älbergszene, die Gefangennahme, das Verhör, Kreuztragung, Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt.

In der Vorhalle Malereien aus dem frühen 16. Jahrhundert. Über dem Portal eine Verkündigungsdarstellung, die beiden Bildfelder darüber zeigen links zwei Heilige und rechts wohl den heiligen Mauritius zu Pferd. Links davon der heilige Christophorus mit dem Christkind auf den Schultern.

Vinelz, Kirche, ehem. St. Maria

Vinelz, Kirche, ehem. St. Maria

Vinelz, Kirche, ehem. St. Maria

Die ins 14. Jahrhundert datierten Malereien zeigen Fragmente einer Gerichtsdarstellung sowie eines christologischen Zyklus.

Vinelz, Kirche, ehem. St. Maria

Im Kirchenschiff sind an der Nordwand Fragmente eines ausführlichen christologischen Zyklus erhalten: Die oberste Bildreihe zeigt den Marientod und die Geburt Christi, darunter wahrscheinlich Szenen aus der Passion mit Abendmahl, Kreuztragung und Auferstehung. Westlich davon sind Reste einer Christophorusdarstellung erhalten, links davon Abrahams Schoss sowie der hl. Michael mit der Seelenwaage. An der Westwand ist vom ehemals wohl monumentalen Jüngsten Gericht nur noch das Höllenfeuer erkennbar. Die Südwand zeigt möglicherweise ein Fragment der Mantelteilung durch den heiligen Martin.

Wangen an der Aare, Kirche, ehem. St. Maria

Wangen an der Aare, Kirche, ehem. St. Maria

Wangen an der Aare, Kirche, ehem. St. Maria

Im Chor einzelne Bildfelder aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Wangen an der Aare, Kirche, ehem. St. Maria

Einzig das Altarhaus der 1825 neu gebauten Kirche geht auf den GruÃàndungsbau aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Hier haben sich denn auch einige Bildfelder mit Heiligendarstellungen aus dem späten 14. Jahrhundert erhalten. An der Ostwand der heilige Christophorus, im Bildfeld rechts die Heiligen Margarete und Georg, dessen Kampf mit dem Drachen von der Prinzessin und ihren Eltern verfolgt wird. Darunter der heilige Ulrich und ein Engel. An der Südwand eine Verkündigungsdarstellung aus dem späten 15. Jahrhundert: Maria kniet voller Demut an ihrem Gebetspult in einem perspektivisch dargestellten Gemach; von aussen nähert sich der Engel Gabriel. In der Hand hält er einen Heroldsstab mit Schriftband: "Ave Maria, gratia plena, dominus tecum". Darunter kniet eine Stifterfigur, wohl ein Benediktiner in seiner schwarzen Tunika.

Wiedlisbach, Katharinenkapelle, ehem. St. Katharina

Wiedlisbach, Katharinenkapelle, ehem. St. Katharina

Wiedlisbach, Katharinenkapelle, ehem. St. Katharina

Wichtiges und gut erhaltenes Zeugnis einer vollständig ausgemalten Kapelle mit mehreren christologischen und hagiographischen Bilderzyklen aus dem 15. Jahrhundert.

Wiedlisbach, Katharinenkapelle, ehem. St. Katharina

Die Katharinenkapelle, deren frühste Erwähnung ins 14. Jahrhundert zurückreicht, ist eingegliedert in die östliche Häuserzeile des Städtli. Die Malereien im Inneren sind in einem Rahmensystem teppichartig über die Wände ausgebreitet. Die 57 Bildfelder bergen mehrere Zyklen: Episoden aus dem Leben der heiligen Katharina von Alexandrien und der heiligen Dorothea von Caesarea liegen einander in den oberen Bilderreihen gegenüber. In einer Wandnische erstreckt sich ein vielfiguriges Martyrium der 10'000 Ritter; die drei Darstellungen aus dem Leben der heiligen Maria Magdalena sind nur noch schwach erkennbar. Die unteren Bildfelder der Südwand nehmen die paarweise Darstellung von Heiligen und Aposteln auf. Einige Szenen aus dem Marienleben schmücken die untere Ostwand, darüber verläuft der Passionszyklus. Die Westwand wird von Fragmenten einer monumentalen Darstellung des Jüngsten Gerichts bedeckt.

Wimmis, Kirche, St. Martin

Wimmis, Kirche, St. Martin

Wimmis, Kirche, St. Martin

Fragmente von qualitätvollen Malereien aus der Mitte des 15. Jahrhunderts.

Wimmis, Kirche, St. Martin

Die Wandmalereien an der West- und Nordwand zeigen Kreuztragung sowie Fragmente einer Kreuzigung und Kreuzabnahme. Im Chorgewölbe sind stark überarbeitete Reste eines Christus in der Mandorla zu sehen.

Worb, Kirche, ehem. St. Mauritius

Worb, Kirche, ehem. St. Mauritius

Worb, Kirche, ehem. St. Mauritius

An der Westwand Fragmente von Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert.

Worb, Kirche, ehem. St. Mauritius

Ornamentbänder gliedern die Fragmente des Wandmalereizyklus aus dem dritten Viertel des 15. Jahrhunderts in einzelne Szenen aus der Genesis. Zu erkennen sind die Erschaffung Evas aus der Rippe Adams, die Vermählung Adams und Evas, der Sündenfall sowie Adam und Eva bei der Arbeit. Die Malereien stehen wohl in einem Werkstattzusammenhang mit Belp, Rüti bei Büren, Kleinhöchstetten, Kirchlindach und Gsteig. In Nischen der südöstlichen Stirnseite des Schiffs Heiligendarstellungen, darunter Jakobus der Ältere und Bernhard von Clairvaux.

Würzbrunnen, ehem. Wallfahrtskirche St. Stephan

Würzbrunnen, ehem. Wallfahrtskirche St. Stephan

Würzbrunnen, ehem. Wallfahrtskirche St. Stephan

Monumentale Darstellungen des Schmerzensmannes sowie des heiligen Christophorus an der westlichen Aussenwand.

Würzbrunnen, ehem. Wallfahrtskirche St. Stephan

Die monumentale Darstellung links vom Hauptportal zeigt Christus als Schmerzensmann mit den Wundmalen. Er ist umgeben von den Passionswerkzeugen, zum Beispiel das Kreuz im Hintergrund, die Kleider Christi mit den Würfeln, Judas mit dem Geldbeutel, Kelch, Hahn, Rute, Fackel, Schwert und Lanze. Rechts vom Portal durchschreitet Christophorus mit dem Christkind auf den Schultern einen Bach. Dazwischen sind als Halbfiguren die Heiligen Stephanus und Laurentius dargestellt. Das etwas später entstandene Bildfeld über dem Rundbogen zeigt das Martyrium des Kirchenpatrons, die Steinigung des heiligen Stephanus. Im Kircheninneren befinden sich an der Nordwand im Chor Reste eines Apostelzyklus.

Die ins 12. Jahrhundert zurückgehende Anlage besticht zudem durch die mit Flachschnitzereien verzierte Bretterdecke, die spätgotische und barocke Ausstattung sowie die von Wald und Wiesen umgebene Lage.

Zweisimmen, Kirche, ehem. St. Maria

Zweisimmen, Kirche, ehem. St. Maria

Zweisimmen, Kirche, ehem. St. Maria

Umfassendes Bildprogramm aus dem späten 15. Jahrhundert

Zweisimmen, Kirche, ehem. St. Maria

Ein mit Schablonenmalerei ornamentiertes Rahmensystem gliedert die Kirchenschiffwände in zwei übereinander liegende Bildreihen. Im vierten Bildfeld der Südwand beginnt die Marienlegende mit der Geschichte ihrer lange kinderlosen Eltern Joachim und Anna. Es folgen ab dem neunten Bildfeld die Geburt Marias, der Tempelgang und ihre Verlobung mit Joseph. Die drei ersten Felder an der Westwand zeigen Verkündigung, Heimsuchung und den Traum Josephs. Die weiteren Bildfelder an der West- und Nordwand erzählen aus dem Leben Christi - zum Beispiel die Verklärung, die Taufe und die Versuchung Jesu - und an der östlichen Nordwand von seinem Leiden: Fusswaschung, mehrere Älbergszenen, Gefangennahme, Verhöre, Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt. Das Giebelfeld der Westwand zeigt auf der linken Seite die Heiligen Agnes, Margaretha und den Gerichtsengel Michael. Hinter der Orgel verbirgt sich eine Marienkrönung, rechts folgen die Heiligen Martin, Mauritius, Ursula und Appolonia. Nicht nur der Malstil, sondern auch das Rahmensystem mit den schablonierten Ornamenten lässt einen Werkstattzusammenhang mit Oberbalm vermuten.

Im Chor Reste eines Apostelzyklus sowie ein Weihrauchfass schwingender Engel über dem Sakramentshäuschen.

An der Westfassade unter der Vorhalle befinden sich Wandmalereien, die um 1500 entstanden sind. Von links nach rechts sind Christophorus mit dem Christkind auf der Schulter, die Verkündigung an Maria und der Kampf des Heiligen Georg mit dem Drachen zu sehen.